
Stolz: (li.) Dipl.-Ing. Daniel Hübsch, Projektleiter FuE Public Security Hübner GmbH, und Dipl.-Ing. Thorsten Sprenger, Leiter FuE Public Security. Foto: Hübner
Kassel. Der Anschlag ist heimtückisch und oft tödlich: Brief- und Paketbomben sind in der heutigen Zeit eine ständige Gefahr. Das zeigt auch der aktuelle Briefbombenfund bei der Deutschen Bank. Doch lassen sich Postsendungen besser untersuchen, ohne das Briefgeheimnis zu verletzen?
Die Antwort kommt aus Nordhessen: Das Kasseler Traditionsunternehmen Hübner GmbH entwickelte gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut für physikalische Messtechnik (IPM) und weiteren Partnern einen auf der Terahertz-Technologie basierenden „Brief-Spektrometer“. Sein Name:„T-Cognition 1.0“.
Vorteile gegenüber Röntgen-Scannern

Dieses Gerät soll Leben retten: Der Terahertz-Briefspektrometer „T-Cognition 1.0“. Eine Schublade zieht die Briefe in das System. Per Knopfdruck wird die Sicherheitsprüfung gestartet. Auf dem Touchscreen wird per Farbsignal angezeigt, welche gefährlichen Stoffe (Sprengstoffe oder Drogen) an welcher Stelle in der Post nachgewiesen wurden. Foto: Hübner
Egal ob bei der Post selbst, in Gefängnissen, Behörden oder gefährdeten Privatpersonen zuhause: Weil das Gerät mit den für Menschen unbedenklichen Terahertz-Wellen arbeitet, ist es im Gegensatz zu Röntgen-Briefscannern an nahezu jedem Ort einsetzbar. Zudem sind Röntgenscanner, wie man sie vom Flughafen kennt, nicht in der Lage, Sprengstoffe zu identifizieren; im Gegensatz zu Terahertz-Wellen, die eine Analyse der chemischen Inhalte der Briefe liefern.
“Wichtiger Meilenstein”
Mit dem aufgebauten und voll funktionierenden Prototypen sei ein großer und wichtiger Meilenstein gesetzt worden, so Thorsten Sprenger, Leiter des Bereiches Forschung & Entwicklung „Public Security“ der HÜBNER GmbH. „Mit dem T-Cognition können diverse Sprengstoffe, welche in Briefen oder kleinen Päckchen verborgen sind, und vorzugsweise bei Briefbomben zum Einsatz kommen, eindeutig identifiziert werden“. Weil die Briefe und kleinen Päckchen nicht geöffnet werden müssen, bleibe das Postgeheimnis trotzdem gewahrt, betont Thorsten Sprenger.
Verschiedene Einsatzmöglichkeiten
Die Terahertz-Technologie bietet außerdem Einsatzmöglichkeiten in verschiedensten Anwendungsfeldern: Da jedes Material und jeder Stoff seinen individuellen „spektroskopischen Fingerabdruck“ hat, kann der T-Cognition 1.0 relativ einfach auf neue Gefahrenstoffe programmiert werden. Somit lassen sich auch Medikamente auf deren Inhaltsstoffe überprüfen bzw. Plagiate von Medikamenten identifizieren. Und auch Drogen, selbst wenn diese von Drogenspürhunden noch nicht auf spürbar sind.
In den nächsten Schritten wird der T-Cognition weiter optimiert und potentiellen Kunden auf internationalen
Messen und Kongressen vorgestellt. (tle)

