Krieg auf dem Brett – Freunde des Spiels „Go“ suchen Nachwuchs

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"50 Partien braucht man, bis man im Spiel drin ist“, erklärt Martin Bussas. Fotos: Lange

Kassel. Wer schnell zum Erfolg will, ist hier falsch. Denn das wahrscheinlich älteste Brettspiel der Welt ist nichts für Leute ohne geistige Kondition, Scharfsinn und Verstand: Go, das Spiel der Götter, spielen in Deutschland nur wenige. In Asien ist es weit populärer als das hier bekannte  Schach.
Ein kleiner Kreis von cleveren Spielern versucht seit einiger Zeit, das Brettspiel auch in Kassel bekannt zu machen – kein leichtes Unterfangen: „Wir sind zwischen sechs und acht Spieler, die sich regelmäßig zum Spielen treffen,“ erklärt Martin Bussas. Er und seine Go-Freunde, die „Kassel Himmelsstürmer“, treffen sich einmal in der Woche im Restaurant XOX in Kirchditmold, tüfteln und rätseln auf dem 19×19 Kästchen großen Spielbrett. „Das sind 361 Felder,“ erklärt André Städtler (18) aus Kassel wie aus der Pistole geschossen. Der Mathe-Leistungskursler ist nicht nur Teamkapitän der  Himmelsstürmer, sondern auch deren bester Spieler. Wenn er am kommenden Wochenende auf den deutschen Jugend-Go-Meisterschaften antritt, hofft er auf den Sieg.
Aber was macht Go eigentlich aus? „Es ist unglaublich vielseitig. Das macht das Spiel so interessant, “ erklärt Städtler. Ziel des Spiels ist es, möglichst viel Gebiet, also Kästchen, durch geschicktes Setzen seiner Steinchen zu erobern, Bereiche zu sichern und Steine des Gegners zu rauben – der Krieg findet auf dem Brett statt. Beendet ist das Spiel, wenn beide Spieler nicht mehr setzen wollen, dann wird abgerechnet.

Hofft auf einen Sieg bei den deutschen Jugend-Go-Meisterschaften: André Städtler, Teamkapitän der „Himmelsstürmer“.

Während das Spiel in Asien extrem populär ist und die besten Go-Spieler bezahlt werden wie deutsche Bundesliga-Fußballer, fristet es in Deutschland ein Nischendasein – besonders in Kassel. Die Himmelsstürmer, nach ihrem Aufstieg frisch in Liga Vier, hoffen jetzt auf Nachwuchs. Auch wenn sie Anfängern wenig Hoffnung auf schnellen Spielspaß machen können. Bussas erklärt: „Die ersten 50 Spiele braucht man, um einigermaßen ein Gefühl für das Spiel zu entwickeln“. Hektiker und Leute ohne Geduld sind bei Go eben nicht richtig.
Treffen: jeden Mittwoch ab 18.30 Uhr und jeden Sonntag ab 18 Uhr in der Gaststätte XOX, weitere Infos unter http://gokassel.webnode.com/

Extra Info: Was ist Go?

Go soll ca. 2000 Jahre v. Chr. in China erfunden worden sein, erfreut sich in Asien ungebrochener Faszination.
Ziel ist es, möglichst große Gebiete abzugrenzen und Steine des Gegners zu schlagen.
Weltweit spielen ca 100 Millionen Menschen Go, Deutschland zählt mit geschätzten 50.000 Spielern zur europäischen Go-Hochburg.
Unglaublich: In Korea kann  Go an der Uni studiert werden, Top-Turniere werden im Pay-TV übertragen.
Die überliefert längste Go-Partie fand von Oktober 1933 bis Januar 1934 statt – die Spiele der Himmelsstürmer dauern selten länger als eine Stunde.

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Über Thomas Lange

Redakteur | Extra Tip Werbegesellschaft mbH

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